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Die Niederlande stehen an erster Stelle, was agrarische Innovationen betrifft. In keinem anderen Land wird soviel gedüngt und ist soviel Natur verlorengegangen. Darum ist es nicht verwunderlich, dass der Naturschutz schon Anfang des 20. Jahrhunderts an Gestalt gewann und große Entwicklungen erlebte. Erstes Ziel war und ist noch immer: Das, was von der Natur noch übriggeblieben ist, zu schützen. Man entdeckte auch, dass es möglich ist, den Kultivierungsprozess rückgängig zu machen. Das heißt, aus Ackerland wird wieder Natur. Man kann Natur jedoch nicht „machen“, wohl kann man die naturgemäße Entwicklung eines Gebietes durch Eingriffe fördern. Diesen Prozess nennt man Renaturierung. Renaturierung bedeutet oft relativ große Eingriffe in die Landschaft. Im Nationalpark De Alde Feanen wurden meistens Wiesen in Moorgebiete umgewandelt. Renaturierungsgebiete in De Alde Feanen sind: De Koai und `t Bil (Fischotterprogramm), De Lytse Mear, Jan Durkspolder/Wolwarren und It Wikelslân/Reid om `e Krite.
De Koai und `t Bil
Diese Gebiete waren bis 1988 Teil des Sommerpolders Laban und bestanden hauptsächlich aus Feuchtwiesen. Anleitung für die Renaturierung dieser Gebiete war das nationale Artenschutzprogramm für den Fischotter. Die Verbreitungsgebiete sollten sichergestellt werden und in diesem Programm wurde De Alde Feanen als Kerngebiet zur Wiederansiedlung des Fischotters bestimmt. Dies hatte zur Folge, dass auch Maßnahmen getroffen werden mussten, um die Wasserqualität zu verbessern. In den Wiesen wurden Wassergräben ausgehoben und das Gebiet wurde vom Friese Boezem abgeschlossen. Hierdurch entstand ein neues Moorgebiet. Beim Anlegesteg am Holstmar gibt es einen Aussichtspunkt mit einem schönen Blick über `t Bil.
De Lytse Mear und Jan Durkspolder/Wolwarren
In De Lytse Mar wurden in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts Moorweiher ausgegraben. Außerdem wurde das Gebiet ebenfalls vom Friese Boezem abgeschlossen und erhielt mit dem Jan Durkspolder und den Wolwarren ein gemeinsames Wassersystem. Der Jan Durkspolder ist ein ehemaliger Sommerpolder, der jetzt beinahe immer unter Wasser steht. Hier entstand ein sehr vogelreiches Gebiet, das man von einer Vogelbeobachtungshütte aus bewundern kann. Ein Teil des Röhrichts wird nicht mehr gemäht, die Rohrweihe und die Grosse Rohrdommel finden hier ein ausgezeichnetes Brutgebiet. Hier lebt auch die Nordische Wühl- oder Sumpfmaus. Sie steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten.
It Wikelslân/Reid om `e Krite
1997 wurden in einem Teil von It Wikelslân Renaturierungsmassnahmen begonnen. Verbuschte Wiesen wurden vernässt, sodass dieses Gebiet seltenen Pflanzen und Tieren, die auf das Moor angewiesen sind, neuen Lebensraum bot. Man hat nicht das gesamte Gebiet in Angriff genommen, sondern wertvolle Teile mit ursprünglichen Moorweihern, Erlenbruchwald und Röhrichten erhalten. Um dem Besucher die Möglichkeit zu bieten, Renaturierung mit den eigenen Augen zu sehen, wurde durch It Wikelslân ein Wanderweg angelegt.
Zukunft
Im Nationalpark De Alde Feanen werden auch in der Zukunft Renaturierungsprojekte stattfinden. Die Pläne für die Umgestaltung von De Burd, It Eilân und der Ostseite des Parks sind nahezu fertig. Bei De Burd und It Eilân (Umgestaltungsplan Swette-De Burd) wurden schon Maßnahmen ausgeführt. Die Vorbereitungen an der Ostseite von De Alde Feanen (Umgestaltungsplan Alde Feanen) sind in einem fortgeschrittenem Stadium. Noch bevor die Umgestaltung Alde Feanen vollendet ist, wurde bereits im Jan Durkspolder/Wolwarren ein EU-LIFE Projekt zur Verbesserung des Lebensraumes der Nordischen Wühlmaus gestartet. Das LIFE Programm der EU für Naturschutzvorhaben hat zum Ziel, ein europaweites Netz naturnaher Bereiche für gefährdete Arten zu schaffen.
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LIFE Projekt in Jan Durkspolder (english)
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